Zeitungsartikel über Casa Girasol im Neuen Anzeiger

Immer wieder berichtet der Neue Anzeiger aus dem Aachtal in Artikeln von der Missionsarbeit von Casa Girasol in Honduras. Als Verein, der in Erlen TG, gegründet wurde, haben wir einen natürlich einen speziellen Bezug zum Neuen Anzeiger. Daher freuen wir uns auch über die Füllerinserate, die die Zeitung regelmässig veröffentlicht.

Ein Lichtstreifen am Horizont

Stolz halten die Kinder ihre Bastelarbeit in die Kamera, die sie im Rahmen des Kinderprogramms von Casa Girasol hergestellt haben. (Bild: pd)

Freitag, 14. Juli 2017, Neuer Anzeiger

Erlen. In Honduras wachsen viele Kinder ohne Zukunftsperspektive auf. Der Verein Casa Girasol setzt sich für diese Kinder ein, schenkt ihnen Aufmersamkeit und Liebe und vermittelt ihnen christliche Werte.

Die grosse Armut in Honduras, die ihr Sohn Alexander während seines Austauschjahrs an der Kantonsschule im Jahr 2000 in diesem Land angetroffen habe, sei der ­Auslöser zur Gründung des Vereins Casa ­Girasol im Jahr 2006 gewesen, sagt Monika Blum. «Er wollte vor Ort etwas bewirken und wir haben ihn dabei unterstützt.» Während Alexander Blum meist in Honduras weilt, erledigen Monika Blum und ihr Gatte Bruno in ihrer Freizeit von Erlen aus anfallende Arbeiten für die Organisation. Casa Girasol hat sich zum Ziel gesetzt, Strassenkindern auf christlicher Basis Hoffnung, Liebe und ein neues Zuhause zu schenken und ihr Leben dank Ausbildung nachhaltig zu verbessern.

Lernen und spielen

Zusammen mit einer Partnerorganisation wird das Kinderheim «Diamante» betrieben. Dort sind 35 Kinder untergebracht. Rund 100 weitere Kinder, die bei ihren Familien wohnen, werden im Rahmen eines Familienprogramms unterstützt. Das Heim verfügt über Unterrichtsräume, eine Bäckerei, eine Schreinerei und Schlosserei, über Landwirtschaft und Fischzucht, wo sich die Kinder nach Schulschluss betätigen können. Ausserhalb der Stadt befindet sich das Casa Girasol (Haus Sonnenblume). Dort werden Camp-Wochen mit Kindern anderer Heime durchgeführt. Die Kinder übernachten in ausgedienten Bussen, die entsprechend umgebaut wurden, beim Haus befinden sich neue sanitäre Anlagen. In diesem Jahr kamen bisher drei Gruppen in den Genuss einer Camp-Woche. Das Casa Girasol wird aber auch an andere Organisationen weitervermietet.

Diebstal im Kinderheim Diamante

Anfangs Jahr musste das Heim «Diamante» einen herben Verlust verkraften. «Trotz Bewachung haben Unbekannte das Heim überfallen und etliche Maschinen aus den Werkstätten entwendet», sagt Monika Blum. Die Polizei habe sich den Schaden zwar angeschaut, es sei aber unwahrscheinlich, dass die Täter ermittelt und die gestohlenen Gegenstände wieder auftauchen würden. «Wir werden die Maschinen wieder neu anschaffen müssen, was mit unseren beschränkten Mitteln nicht so leicht ist», sagt die Präsidentin und Mitgründerin des Casa Girasol. Denn die Spendeneingänge waren in den letzten Jahren rückläufig. «Wir hatten Mühe und mussten im letzten Jahr Mitarbeiter entlassen. Nun sind wir auf der Suche nach neuen Geldgebern», bekennt Monika Blum.

Rund 160 000 Franken beträgt das Jahresbudget des Casa Girasol. Unterstützt wird der Verein von Privaten, Firmen und Kirchgemeinden. Die neuste Idee, um Spenden zu generieren, sind Postkarten mit Liebesbotschaften. Diese können gratis bezogen werden, der Verein bittet dafür jedoch um eine Spende. «Da wir ehrenamtlich arbeiten, fliessen die gesamten Spendeneinnahmen direkt in unsere Tätigkeit in Honduras», versichert Monika Blum.

Im April war sie selbst einen Monat in Honduras. Dabei hat sie bei einem wei­teren Standbein des Hilfswerks, dem Kinderprogramm, teilgenommen. Mit diesem Programm unterstützt Casa Girasol andere Kinderheime in Honduras bei ihrer Arbeit aktiv. Zusammen mit den Volontären, die einen Basis-Einsatz bei Casa Girasol leisten, ist Monika Blum zu Heimen aufgebrochen, um dort mit den Kindern zu spielen und zu basteln. «Ich kann zwar kein Spanisch, aber an den leuchtenden Augen der Kinder konnte ich sehen, wie viel Freude ihnen unser Besuch bereitet hatte.»

Freiwillige helfen mit

Der freiwillige Einsatz vor Ort ist eine weitere Option, die Tätigkeit der Organisation zu unterstützen. Ein Basis-Einsatz dauert ein bis drei Monate, nebst der Mithilfe bei den Kinderprogrammen ­haben die Teilnehmenden Gelegenheit, einen Spanischkurs zu besuchen. Die Workcamps im Ausland sind ein Mix aus Baueinsatz und Abenteuerferien, bei dem die Teilnehmenden mithelfen, die Gebäude zu renovieren und in Schuss zu halten. Wer bei einem Viva!Camp mitmachen möchte, hilft bei den Vorbereitungen und der Durchführung einer Campwoche und kann im Anschluss das Land bereisen.

Hannelore Bruderer

Unterstützen

Um seine Arbeit mit den Strassenkindern in Honduras weiterzuführen, ist das Casa Girasol auf finanzielle Hilfe und freiwillige Mitarbeit angewiesen. Informationen sind im Internet unter www.casagirasol.ch aufgeführt. Das Spendenkonto lautet 85-462791-4, Förderverein Casa Girasol, 8586 Erlen. (hab)