Yuscarán – Reisetipp

Yuscarán ist das politische Zentrum des honduranischen Departements El Paraíso. Nur ca. 70 Kilometer von Tegucigalpa entfernt liegt die ehemalige Goldgräberstadt inmitten einer idyllischen Hügellandschaft. Yuscarán ist einer der möglichen Tages-Ausflugsziele, die wir im Rahmen unserer Kurzeinsätze und Workcamps in Honduras besichtigen. Der Besucher begegnet im kleinen Städtchen herzlichen Menschen, historischen Gebäuden und geniesst eine koloniale und geschichtsgeladene Atmosphäre, wie sie authentischer nicht sein könnte.

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Yuscarán im Goldrausch

Je nachdem, wen man fragt, reicht die Geschichte von Yuscarán ins 16. oder 17. Jahrhundert zurück. Klar ist, dass ab ca. 1744 im grossen Stil Gold und Silber aus den Flüssen und Mienen gewonnen wurde.

Es waren die Spanier, Engländer, Franzosen, Deutschen und Schweizer, die die Mienen betrieben. Die harte und gefährliche Arbeit wurde von Indianern erledigt, die für einen Hungerlohn schufteten, um die Schatzkammern Europas mit den Edelmetallen zu füllen. Schliesslich wurden sie abgelöst von US-amerikanischen Firmen, bis schliesslich der tiefere Goldpreis dem Goldabau den Todesstoss versetze. Europäer und Amerikaner verschwanden und nahmen den Reichtum mit, zurück blieben eine Stadt mit über 200 grosszügigen Gebäuden, verunreinigte Flüsse und die arme Bevölkerung. Auch in anderen Orten in Honduras, wie San Juancito, lief die Geschichte genauso ab.

Heute gibt es nur noch wenige Familie, die in den Flüssen Gold waschen und davon auch einigermassen leben können. Probebohrungen aus den 90er Jahren haben belegt, dass die Goldvorkommen wieder gewinnbringend aus den Mienen gefördert werden könnten. Doch die lokale Bevölkerung von gut 12000 Personen wehrt sich bisher erfolgreich dagegen. Sie haben aus der Geschichte gelernt und wissen, dass der Goldrausch nur ganz wenigen Menschen Reichtum bringt, aber alle unter den Folgen leiden.

Yuscarán heute

Wer Yuscarán entdecken möchte, der sollte als allererstes die Atmosphäre des Zentralparks geniessen. Zu unglaublich günstigen Preisen bieten Bauern Früchte und Gemüse an, darunter auch Mamey (grosse Sapote), eine Frucht die geschmacklich an Mango oder Kaki erinnert und sonst nur sehr selten in Honduras zu finden ist. Im Mai/Juni findet in Yuscarán auch das Mangofest statt. Bei diesem Volksfest feiert die Bevölkerung ihre Heimat und die Mangoernte steht im Mittelpunkt dieses Anlasses.

Bescheiden aber dennoch eindrücklich ist auch die Katholische Kirche direkt am Park.

Historisches Museum

Beim Schlendern durch die Strassen kann man viele historische Gebäude entdecken. Im lokalen Museum (Casa de la Cultura) erfährt man mehr über die Geschichte des Ortes, der zahlreiche, für Honduras wichtige, Persönlichkeiten hervorgebracht hat. Die Museumsleitung ermöglicht Interessierten auch Ausflüge, wenn man als Gruppe selbst einmal in den Flüssen Gold waschen möchte. Wichtig zu erwähnen: Das Museum wird von einer Gruppe Privatpersonen betrieben, die stolz auf ihre Geschichte sind. Sie klagen darüber, dass weder Staat noch Stadt Gelder für Museen übrighaben und wundern sich, was denn letztlich mit all den Steuergeldern geschieht.

Ganz in der Nähe befinden sich auch die Wasserfälle Cascadas Soledad und die archäologischen Stätte El Lagartero.

Schnapsfabrik

Yuscarán ist bekannt für seinen gleichnamigen Zuckerrohrschnaps. Doch wirklich stolz ist im Ort niemand auf die Destillerie – weiss man doch vom Schaden, der der billige Schnaps bei den Menschen in Honduras anrichtet.

Yuscarán eignet sich für alle, die gerne in der Zeit zurückreisen. Touristen begegnet man fast keinen. Das Städtchen ist eben kein typisches Ausflugsziel, umso mehr aber ein Entdeckungsort für Menschen, die das echte Honduras erleben möchten. Kleine Restaurants verköstigen die Gäste mit lokalen Spezialitäten, sehr zu empfehlen ist das „Aroma del Pueblo„, gleich am Zentralpark.

Weitere Orte, die man in Honduras unbedingt gesehen haben muss, sind Cantarrans, Utila oder Copán Ruinas. Weitere Bilder zu Yuscarán findest du auch auf der Facebookseite des Ortes.