Workcamp Erlebnisbericht von Annina Morel

Annina war gemeinsam mit ihrem Freund Jérôme für ein paar Wochen in Honduras und hat am Workcamp teilgenommen. Sie berichtet uns in eigenen in ihrem Workcamp Erlebnisbericht vom Baueinsatz bei Casa Girasol, der traditionell im Sommer stattfindet.

Erlebnisbericht Workcamp 6 Personen vor einer Propellermaschiene

Honduras, here we come

Ankunft in Mittelamerika

Anninas Workcamp Erlebnisbericht: Noch einmal werden unsere Dokumente kontrolliert. Dann ist es so weit: Mein Freund Jérôme und ich sind endlich da, in Honduras, 9‘298 km von unserem Zuhause entfernt, in einem unbekannten Land, auf einem fremden Kontinent. Alexander wartet wie vereinbart am Flughafen, um uns in Empfang zu nehmen. Dann geht‘s mit dem Pickup gut 20 Minuten ziemlich rasant eine Schnellstrasse entlang. Innerlich bin ich schon ein wenig unruhig und frage mich, auf was ich mich da einlasse… Doch eines weiss ich, die Chance, hier zu sein, habe ich nur einmal, und zwar jetzt. Ich möchte möglichst viel aus dieser Zeit rausholen. Schliesslich habe ich mir nach der langen Schulzeit am Gymnasium ein crazy Abenteuer verdient.

„Bienvenidos a Casa Girasol“ – ein Paradies im Nirgendwo

Wir biegen von der Hauptstrasse ab und fahren nochmals etwa zehn Minuten auf einer Holperstrasse durch den Wald, die in der Schweiz ziemlich sicher höchstens als Wanderweg durchgehen würde. Im Haus treffen wir auf drei junge, quirlige und reisebegeisterte Volontärinnen aus der Schweiz. Nachdem wir uns ein wenig auf dem Gelände umgeschaut haben, testen wir gleich mal den Gasherd und kochen für die ganze Gruppe. Danach lassen wir gemeinsam den Abend ausklingen. Lange mögen Jérôme und ich jedoch nicht wach bleiben, denn die ganze Reise hat uns viel Energie gekostet.

Morgen wollen wir fit sein für den ersten Arbeitstag. Ich freue mich sehr, dass ich im Rahmen des Workcamps ganz praktisch helfen darf. Bereits bei der Ankunft ist mir aufgefallen, dass in den Aufbau der Anlage richtig viel Liebe gesteckt wurde. Casa Girasol gleicht einem kleinen, farbenfrohen Paradies, das sich von der verblassten Umgebung deutlich abhebt. Ich bin gespannt, wie ich meinen Beitrag dazu steuern kann.

Casa Girasol
Das Gebäude
Casa Girasol liegt 12 Kilometer ausserhalb der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa. Sicher, ruhig und abgelegen. Eine richtige Oase zum Wohlfühlen.
Casa Girasol
Der Pool
Im grossen Pool kannst du nach Feierabend deine Runden drehen 🙂 Oder einfach gemütlich ausspannen und das Erlebte revue passieren lassen.
Casa Girasol
Gemütliche Ecken
Wir haben jede Menge Platz zum Arbeiten und Spielen oder einfach, um gemütliche Stunden im Team zu verbringen und auszutauschen.
Casa Girasol
Liebevolle, bunte Details
Unsere Mitarbeiter haben wahre Kunstwerke vollbracht und über im Innern und auf den Terrassen findest du originelle Wandbilder.
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Von der Extrastunde bis zur Sprachbarriere

Am ersten Arbeitstag heisst es, die «Jungs» kommen um acht Uhr. Damit sind die drei honduranischen Mitarbeiter gemeint, die jeweils mit den Volontären zusammenarbeiten. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als nach dem Frühstück auf die drei zu warten, denn wir haben ja keine Ahnung, was wir genau machen sollen. Wir erfahren aber, dass sie hier anscheinend nebst den acht Stunden Zeitunterschied zur Schweiz auch noch eine «Extrastunde» mitrechnen. Nach einer kurzen Vorstellung (auf Spanisch) um «acht Uhr» rüsten wir uns mit Werkzeugen aus der Scheune aus. Für uns scheinen viele der Geräte eher ungewohnt. In der Schweiz ist sich Jérôme, gelernter Maurer, auf dem Bau natürlich einen anderen Standard gewohnt.

Workcamp Sommer 2018
Strassenarbeiten
Workcamp Sommer 2018
Mauerbau
Workcamp Sommer 2018
Mauerbau
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Die Jungs erklären uns, was überhaupt geplant ist. Ziel ist es, die bereits vorhandene Mauer neben dem grossen, grünen Eingangstor weiterzuziehen. Der Gitterzaun soll weg und das Fundament erneuert werden. Die neue Mauer soll vor allem als Sichtschutz dienen und verhindern, dass Passanten auf der unterhalb vorbeiziehenden Strasse (also Waldweg) Blick aufs Areal haben.

Da die Jungs mitbekommen haben, dass Jérôme als Maurer arbeitet, beziehen sie ihn sogleich in die Planung mit ein. Er soll kurz vorrechnen, wie viele Steine benötigt werden und wie viel Draht für die «Castillos» benötigt wird. Die Backsteine lassen sich aber kaum mit den schweizerischen vergleichen. Zudem scheint hier ein anderes Verhältnis von Mörtel und Steinen zu herrschen. Und wieso brauchen sie Draht und was in aller Welt meinen sie mit «Castillos»?

Uns wird bewusst: Die kulturellen Differenzen sind auch in der Bauweise spürbar. Wir müssen den Jungs also irgendwie klar machen, dass wir diese Fragen nicht so leicht beantworten können. Und es liegt für einmal nicht nur am Spanisch. Denn so oft möchte ich etwas erzählen oder nachfragen, doch dann schaffe ich es nicht, mich in der Fremdsprache auszudrücken. Aber ich muss sagen, der Aufenthalt in Honduras hat rückblickend meinem Schulspanisch sehr gutgetan. Und notfalls gestikuliert man halt mit Händen und Füssen.

Stein für Stein – im Teamwork werken

Beim Arbeiten kommt es immer wieder zu lustigen Situationen mit den Jungs, die selber sehr scherzhaft durchs Leben gehen, auch wenn ihre Umstände schwierig sind.

Sehr spannend finde ich, wenn die Honduraner persönliche Erlebnisse mit uns teilen. Besonders in den Pausen bleibt Zeit für interessante Gespräche.

Obwohl sie hier beim Bauen vieles anders handhaben, kommen wir mit der Mauer gut voran. Mit der Zeit hat jeder seine Aufgaben und es entsteht richtiges Teamwork. Es freut mich, auch als nicht sonderlich Bau-Begabte aktiv mithelfen zu können. Zement mischen, Mörtel auftragen, Steine befeuchten, Drähte vorbereiten, usw. Bis zu unserer Abreise schaffen wir schliesslich die Schutzmauer fast fertig. Nebst dem Mauerprojekt helfen wir auch beim Unterhalt des Gartens und bringen uns kreativ bei kleineren Gestaltungsarbeiten ein, wie zum Beispiel eine Lounge anstreichen. Ein weiteres Kleinprojekt ist die Strassenrenovation, bei der wir grosse Schlaglöcher auffüllen. Dank den verschiedenen Aufgaben bleibt die Arbeit tagtäglich abwechslungsreich. Wir dürfen ausserdem bei einigen Kinderprogrammen in Armenviertel mitwirken und zur Verteilaktion auf die Müllhalde mitgehen.

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Arbeit und Vergnügen – ein toller Ausgleich

Was das Workcamp so besonders macht, ist die gute Mischung von Einsatz leisten und Erholung. An den Wochenenden sind jeweils tolle Ausflüge geplant, die einem das facettenreiche Land noch von einer anderen Seite vor Augen führen. Als Gruppe erleben wir unterwegs quer durch das Land unvergessliche Abenteuer und tanken nicht nur Energie, sondern sammeln Erinnerungen fürs Leben.

Ein Workcamp Erlebnisbericht zum Nachleben

Wir danken Annina für diesen spannenden Erlebnisbericht zu ihrem Workcamp. Auch du kannst deine eigene Geschichte in Honduras schreiben und aktiv aktiv unser Missionswerk mit einem Kurzeinsatz unterstützen. Casa Girasol organisiert jährliche unterschiedliche Missionseinsätze. Das Workcamp – wie in diesem Erlebnisbericht beschrieben – findet immer im Sommer statt. Auch möglich sind missionarische Einsätze, bei denen du direkt mit Kindern arbeitest und deine Liebe and die Bedürftigsten weitergibst.

Dieser Workcamp Erlebnisbericht erschien im Casa Girasol Infoblatt Winter 2018 / 2019. Ein weiterer spanneder Bericht ist das Interview mit Bettina.