Wenn der Geist Gottes weht – Rückblick aufs Pfingstcamp

Die Pfingsttage waren Camptage im Casa Girasol. Eine Gruppe von ehemaligen Strassenjungen (9 bis 17 Jahre) war bei uns zu Gast. Zum Team gehörten dieses Mal auch Jeremy, Joel und Michael, die einen Kurzeinsatz bei uns in Lateinamerika leisteten. Wir sind uns rückblickend sicher: Auch dieses Camp hat das Leben einiger Kinder verändert. Warum? Weil Gottes Geist da war!

Wie bitte, wo war der Geist Gottes?

Er war im Casa Girasol!

  • Im Herzen der Volontäre, die trotz Sprachbarrieren ihre Zeit für die Kinder investierten und deshalb nach Honduras reisten, um armen Kindern das weiterzugeben, was aus ihrer Sicht das Leben lebenswert macht.
  • In den Gebeten unserer WhatsApp-Gebetsgruppe, die im Hintergrund für das Camp und die Kinder betete.
  • Im Herzen unserer Köchin Doña Susana, die fest daran glaubt, dass man Liebe gerade auch über das Essen weitergeben kann.
  • Im Herzen von Danilo der spürbar seine ganze Lebenskraft aus seinem persönlichen Glauben schöpft.
  • Im Herzen von Neil und Ronal, die ihre künstlerische Begabung nutzen, um christliche Werte zu vermitteln.

Der Heilige Geist war da, im Casa Girasol, und in einigen Kinderherzen durfte ein Funken entzündet werden. Dieser Funke der Liebe und Hoffnung ist es, was die Campwochen für die Kinder so besonders macht. Unsere Volontäre gestalteten einen Andachtsabend mit persönlichem Zeugnis und fragten die Kinder sanft: „Möchte jemand von euch auch soetwas mit Gott erleben?“ oder „Willst auch du Jesus besser kennenlernen?“

Ein buntes Programm

Wer selbst schon einmal einen Kurzeinsatz bei Casa Girasol in Honduras geleistet hat, der kennt unsere Arbeitsweise. Wir bieten den Kindern ein buntes Programm mit Workshops, Spielen, Sport und Andachten. Die ehemaligen Strassenkinder, die in ihrem Kinderheim viel zu wenig Betreuung und Liebe erfahren, sollen aber nicht nur jede Menge Spass erleben. Sie sollen auch erfahren, dass sie ein Gedanke Gottes sind, dass Jesus sie liebt, dass ihr Leben einen Sinn hat, den es zu entdecken gilt, und dass man mit Gott eine persönliche Beziehung haben kann, wenn man das möchte.

Ein Camp ohne Zwischenfälle

Wir blicken wieder auf eine erfolgreiche, unfallfreie und fröhliche Woche zurück. Ein grosses Dankeschön an alle, die durch ihre Spenden diese besondere Zeit für die Kinder möglich gemacht haben. Was in der Schweiz oder in Deutschland selbstverständlich sein mag, ist es in Honduras nicht. Hier in Mittelamerika leiden viele Kinder unter der Armut und dazu gehört auch, dass es in den Kinderheimen viel zu wenig Betreuungspersonal gibt und die Kinder gelangweilt und ziellos vor sich hin vegetieren, statt Förderung, Wegweisung und Liebe zu erfahren.

(Damit auch du dir das besser vorstellen kannst, haben wir einige Rückblicke und Erfahrungsberichte zu den Camps mit Heim- und Strassenkindern im Blog veröffentlicht.)

Eindrücke aus der Campwoche


Für alle, die gerne mehr über den Heiligen Geist erfahren wollen, an den wir glauben, haben wir ein paar Gedanken zusammengetragen. Wir erklären dir auch, inwiefern er unser Engagement sinnvoll macht.

Wer ist der Heilige Geist?

Wenn man vom Geist Gottes (der Heilige Geist) redet, dann stösst man auf ganz unterschiedliche Reaktionen. Die einen empfinden es als nichts Aussergewönliches, andere sind wortwörtlich begeistert und wieder andere schütteln nur den Kopf. Doch wer ist er, dieser Heilige Geist? Was tut er und was hat er mit unserer Arbeit für die ärmsten Kinder zu tun?

Um die Frage zu klären, wer der Geist Gottes, müssen wir einen Blick in die Bibel werfen.

Bibelstellen zum Heiligen Geist

  • Der Heilige Geist, Gott Vater und Gottes Sohn bilden zusammen die unzertrennliche Trinität.
  • Der Begriff „Geist Gottes“ (abgeleitet von „ruach, was in etwa Wind bedeutet) kommt bereits seit der Schöpfungsgeschichte im Alten Testament vor. (Genesis 1.2)
  • Jesus bezeichnete den Geist Gottes als Beistand und Geist der Wahrheit, den der Vater an Pfingsten zu uns sandte. (Johannes 14.16)
  • Der Heilige Geist wohnt in den Christen. (1.Korinther 3.16)
  • Der Geist Gottes wird durch Hören und Annehmen von Gottes Wort und nicht durch Werke empfangen. (Galater 3)
  • Der Heilige Geist wird auch als Folge der Taufe beschrieben, ein Geschenk Gottes aus Gnade. (Apostelgeschichte 2.38)
  • Die Früchte des Geist Gottes sind z.B. Liebe und Frieden. (Galater 5)

Der Geist Gottes übersteigt unsere Denkkraft

Für uns Christen ist der Heilige Geist also etwas Ungreifbares, das uns von Gott gegeben wird, uns Leben schenkt, den Weg weist, uns tröstet und irgendwie eine kraftvolle Verbindung zwischen uns, dem himmlischen, Jesus und unseren christlichen Brüdern und Schwestern herstellt. Am Versuch, das Wesen des Heiligen Geistes zu definieren, sind schon viele gescheitert. Wie könnte man auch etwas verstehen wollen, dass unsere Denkkraft übersteigt? Darum belassen wir es an dieser Stelle bei der knappen Beschreibung, die der Sache natürlich in keiner Weise gerecht wird.

Wie verschiedene Gemeinden den Heiligen Geist sehen

Jeder Christ und jeder Gemeinde hat sie seine/ihre eigene Vorstellung von dem, was der Heilige Geist ist und vor allem welche Auswirkungen der Geist Gottes auf das Glaubensleben hat. Deshalb entstanden zahlreiche Bewegungen und Interpretationen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die einen sehen z.B. im Geist Gottes eine Quelle des nüchternen Verstandes, andere einen von Emotionen gefüllten, reissenden Fluss.

Ein völlig legitimer Widerspruch

Was von aussen betrachtet wie ein Widerspruch aussieht, ist im Grunde genommen völlig legitim. Wir Menschen sind so unterschiedlich wie die Wiesenblumen. Streut man eine Handvoll Wiesenblumensamen in die selbe Erde, begiesst man sie mit dem selben Wasser und stellt sie unter die selbe Sonne, dann wachsen am Ende dennoch verschiedene Pflanzen heran. Wenn Menschen nun also verschieden auf den Heiligen Geist reagieren, dann liegt das nicht an der Vollkommenheit des Geistes, sondern daran, dass wir Menschen uns von Grund auf unterscheiden.

Leider gelingt es selbst geübten Christen oft nicht, in Glaubensfragen Andersdenkenden mit Toleranz und Respekt zu begegnen. Dementsprechend wenig verwunderlich ist es, dass Nicht-Christen dem ganzen Getue um den Heiligen Geist mit einem Kopfschütteln begegnen.

Der Heilige Geist – und Casa Girasol

So wie der HERR Adam in der Schöpfungsgeschichte seinen Atem (Odem) einhauchte und ihn dadurch lebendig machte, so wird auch die ganze Arbeit von Casa Girasol erst lebendig, wenn Gott seinen Geist wehen lässt. Da aber der Geist nicht in Dingen lebt, sondern in Menschen, ist sein Wirken eben genauso vielseitig, wie es die Menschen sind, die Casa Girasol bilden – und das ist auch gut so! Die Teammitglieder mögen verschiedene Vorstellungen haben, was es heisst, im Geist zu leben, aber letztlich vereint uns die Tatsache, dass wir alle daran glauben, dass es nicht wir sind, die das Leben der Kinder verändern und Hoffnung schenken, sondern Jesus Christus. Er steht vor der Tür und klopft bei jedem an. Wer ihn und seinen Geist eintreten lässt, dessen Leben beginnt sich zu ändern und wahre Hoffnung erwacht. (Offenbarung 3.20)

(Mehr Informationen zu unseren Grundsätzen und Glaubensgrundlagen findest du übrigens auch auf unserer Webseite.)