Warum werden in Honduras Kinder umgebracht?

Diese Geschichte aus dem Jahr 2013 zeigt, in welche Probleme unsere Strassenkinder verwickelt sind und warum unser Engagement für die ärmsten Kinder in Honduras so ungemein wichtig ist.

Der Mordversuch

Im November 2013 einen schrecklichen Zwischenfall. Die Buben aus unserem Kinderheim Rafael nahmen an einem Fussballspiel teil und wir nahmen dazu auch ein paar Nachbarjungs mit. Während des Spiels erschienen plötzlich drei junge Männer, bedrohten die Gruppe mit einer Waffe und entführten einen der Nachbarsjungen.

Wie sich später herausstellte wurde der Junge wurde brutal misshandelt und sollte schliesslich erhängt werden. Das Feuer, um ihn zu verbrennen, war schon bereit gemacht worden. Doch, Gott sei Dank, dem Jungen gelang die Flucht und er verschwand in den Wald. Die Übeltäter suchten ihn, konnten ihn aber nicht finden. Der Junge befindet jetzt an einem anderen Ort, doch man wird nicht aufhören, ihn zu suchen. Vor zwei Monaten wurde schon sein Bruder ermordet. Die arme Familie schwebt in Gefahr.

Parallelen zur Ermordung eines Heimjungen

Der Vorfall erinnert an die Ermordung eines ehemaligen Rafael-Jungen im letzten Jahr. Ist es ein Zufall? Nein! Einer der Männer dieser Entführung war schon damals bei der Ermordung Tatverdächtiger. Doch die Ermittlungen gegen ihn verliefen im Sand. Das Problem ist, dass die Polizei den Jungenbanden gegenüber machtlos ist. Die meisten Polizisten leben aufgrund ihres schlechten Lohnes selbst in Bandenvierteln und zahlen sogar Schutzgelder an die Jugendbanden, um ihre Familien zu schützen. Daher passiert in den meisten Fällen nichts und die Täter bleiben auf freiem Fuss.

Casa Girasol arbeitet mit Risiko-Kindern

Wir wissen, dass wir mit schwierigen Jungs arbeiten. Strassenkinder haben viel erlebt, viel selbst getan und kommen aus dem „Dreck“ zu uns. Das sich Altlasten nicht einfach so abschütteln lassen, ist klar. Doch wir freuen uns über die Fortschritte, die wir bei unseren Jungs beobachten können! Diese sind grossartig! Wir haben tolle Jungs im Kinderheim Rafael und in den Campwochen – die Arbeit lohnt sich. Was Gott in diesen Kindern schafft, motiviert uns jeden Tag.

Doch warum werden Kinder umgebraucht?

Doch die Frage bleibt: Warum werden Kinder umgebracht? Wieso liegt die Schwelle zur Gewalt in Honduras so tief? Warum ist die Ermordung eines Kindes so normal?

Wir glauben es liegt eben daran, dass viele Kinder nicht in intakten Familien aufwachsen. Ohne Moralvorstellungen vorgelebt zu bekommen und ohne Werte zu erfahren, werden sie zu Erwachsenen ohne ein Verständnis für Gut und Böse. Ersatzfamilien (die Jugendbanden bzw. „Maras“) haben daher einen grossen Zulauf. Dort finden sie den Zusammenhalt und die Abenteuer, die sich suchen, dort verirren sie sich und der Teufelskreis beginnt.

Deshalb ist es so unglaublich wichtig, dass das Team von Casa Girasol Werte und Glaube vorlebt und die Kinder Liebe erfahren lässt, Perspektiven aufzeigt, erzieht, fördert, motiviert.