Müllhalde – Stiefel – Trotz Armut lachen

Heute konnten wir dank grosszügiger Personen aus der Schweiz und aus Deutschland wieder die Müllhalde besuchen und den Menschen dort eine Freude bereiten. Erstmals waren Jasmine, die einen Basis-Einsatz bei Casa Girasol leistet, und Monika, unsere Präsidentin, mit dabei. Nebst einer gesunden Mahlzeit konnten wir auch einige Gummistiefel aus dem Thurgau an die Kinder verteilen.

Vorbereitungen für den Einsatz

Wie immer haben die Vorbereitungen für den Besuch auf der Müllhalde früh begonnen. Bereits am Sonntag schnippelten Jasmine und Sara das Gemüse für das leckere Essen und backten den Bananen-Kuchen. Am Montag, noch stockdunkel, begann Doña Susana das Essen zu kochen: Leckeres Hühnchen, Gemüse, Reis, Bohnen und Tamarinden-Saft. Die 1000 Mais-Tortillas, die bei keiner honduranischen Mahlzeit fehlen dürfen, haben wir auswärts in Auftrag gegeben.

Es geht los…

Gegen 11.00 Uhr wurde alles auf den Pick-Up geladen und wir fuhren los – 30 Minuten Fahrt zur städtischen Müllhalde. Dort angekommen ging alles wieder sehr schnell. Die Menschen versammelten sich um unser Fahrzeug und wir konnten etwas über 160 Mahlzeiten verteilen. Im Anschluss durften wir an einige der kleinsten Kinder noch Gummistiefel verschenken, die Monika aus der Schweiz mitgebracht hatte. (Viele weitere Gummistiefel sind immer noch auf dem Weg nach Honduras, also werden wir in Zukunft noch ganz viele verteilen können!)

Zwei Dinge sind uns heute aufgefallen:

Während die Kinder, Männer und älteren Personen sehr freundlich sind, sind einige der jungen Frauen eher frech und auffallend harsch – das ist ganz untypisch für Honduras. Wir nehmen an, dass es für junge Frauen besonders schwierig ist, sich in diesem Umfeld und Konkurrenzkampf um den besten Abfall zu behaupten und das verändert als Folge ihre Umgangsformen.

Ebenfalls auffallend ist, wie viele der Menschen lachen. Schaut man nur auf die Gesichter der Grossen und Kleinen, könnte man meinen, die Welt sei doch auch auf der Müllhalde ganz in Ordnung. Vielleicht hat man als Europäer die Idee, dass Menschen am Rande der Gesellschaft und in unwürdigen Verhältnissen auch automatisch traurig, depressiv und passiv sein müssten. Doch überlegen wir uns, welche Menschen bereit sind, diese erniedrigende Arbeit zu machen, um zu überleben. Es sind eben genau die, welche den Kopf nicht hängen lassen, sondern einen Ausweg suchen. Trübsal blasen bringt niemanden weiter, dass haben diese Menschen erkannt und können trotz allem weiterhin lachen.

Wir sind von Herzen dankbar, dass wir den Kindern und Erwachsenen auf der Müllhalde begegnen dürfen.

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