Tipp: Wie spende ich richtig? Wo ist meine Spende wichtig?

Es sind Fragen, die viele von uns das ganze Jahr über beschäftigen: Wie soll ich spenden? Auf was soll ich achten? Wo kommt meine Geld-Spende wirklich dort an, wo sie gebraucht wird? Wir möchten einen kleinen Überblick geben und über den eigenen Tellerrand hinausschauen. Du wirst hier also Tipps finden, die dir im allgemeinen Umgang mit dem Thema „Spenden“ helfen.

Warum spenden wir überhaupt?

Zuerst möchten wir dieser Frage auf den Grund gehen. Schweizer Haushalte spenden im Jahr so um die 177 Franken (Quelle: Bundesamt für Statistik). Da aber nur 3000 Haushalte zum Spendenverhalten befragt werden, ist diese Zahl mit Vorsicht zu geniessen. Ich kenne zwar niemanden, der weniger als diese 177 Franken jährlich spenden würde, aber immerhin! Gründe, die uns spenden lassen, gibt es viele: Christliche Nächstenliebe, persönliche Betroffenheit, Dankbarkeit, den Willen die Welt zu verändern, Mitleid oder gar schlechtes Gewissen. Vielen Menschen bereitet das Spenden auch einfach Freude – es fühlt sich eben gut an, etwas zu teilen.

An wen soll ich Spenden?

Die Möglichkeiten, mit einer finanziellen Spende Gutes zu tun, sind beinahe unbegrenzt. Auch Casa Girasol ist nur eine, von vielen Möglichkeiten. Es kann eine ganz schöne Herausforderung sein, hier eine Entscheidung zu fällen. Denn klar ist: Man kann nicht überall helfen, auch wenn man das gerne tün würde. Wichtig bei der Klärung deiner persönlichen Spendenprojekte sind dabei folgende Fragen:

  • Welche Anliegen hab ich auf dem Herzen?Egal ob für religiöse Institutionen, humanitäre Hilfswerke, Katastrophenhilfe, Tier- und Umweltschutz oder politische Initiativen – es gibt bestimmt Themen, die dich besonders interessieren und im Idealfall hast du sogar einen persönlichen Bezug zur Oraganisation. Darauf solltest du den Schwerpunkt legen.
  • Wieviel bin ich bereit zu geben?
    Es macht wenig Sinn, 100 Projekte mit einem Franken zu untersützen. Denke immer daran: Jeder Spendenfranken bedeutet für den Empfänger auch einen Aufwand: Die Buchhaltung muss die Spende verbuchen und zu Jahresbeginng gibt es eine Spendenbescheinigung. Das ist Arbeit und wenn der Betrag sehr klein Ausfällt, dann könnte es sein, dass von deiner Spende letztlich gar nicht mehr viel übrig bleibt. (Eine Ausnahme dabei bilden Kollekten oder Crowd-Spendenaktionen (Erklärung siehe Wikipedia), bei denen der administrative Aufwand entfällt.) Definiere einen Betrag, den du monatlich oder jährlich spenden möchtest und verteile ihn auf ein paar Projekte, die dir am Herzen liegen.
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Welchen Organisationen kann ich vertrauen?

Um sicherzustellen, dass dein Geld auch wie gedacht eingesetzt wird, macht es Sinn auf ein paar Kriterien zu achten.

  • Besuche die Webseite der Organisation
    Schau dich ruhig um und liess dir Unterlagen sorgfältig durch. Macht die Organisation einen ehrlichen und transparenten Eindruck? Verstehst du, um was es geht und wie dein Geld konkret eingesetzt wird? Und, das Wichtigste überhaupt: Ist klar ersichtlich, welche Personen oder Organisation hinter einem Projekt stehen? Gibt es Kontaktmöglichkeiten und Adressen? (Eine professionelle Organisation wird dir immer Kontaktmöglichkeiten angeben).
  • Google die Organisation
    Auch wenn das Internet geduldig und nicht jede Quelle eine seriöse ist, gibt dir die Internetsuche schnell einen Eindruck, ob du deiner Organisation vertrauen kannst. Häufen sich negative Meldungen, lohnt es sich genauer hinzuschauen. Sinnvoll ist es auch negative Begriffe zu googeln, als etwa „Warnung Organisation XY“.
  • Was zeichnet die Organisation aus?Anerkannte Gemeinnützigkeit und Steuerbefreiung können ein guter Pluspunkt sein. Aber Achtung: Gerade christliche Missionen werden oft nicht als solche anerkannt, da dies vom Gesetzgeber so nicht vorgesehen ist. Das lässt dann keinen Rückschluss auf die Zuverlässigkeit zu. Weitere verbreitete „Gütesiegel“ sind ZEWO und der Ehrenkodex der SEA. Oft ist es aber so, dass Projekte und kleine Organisationen sich nicht mit diesen Siegeln schmücken können, da diese auch mit hohen Kosten und Aufwand verbunden sind, was sich nicht lohnen würde.
  • Warnungen beachtenDie Stiftung ZEWO nimmt von der Öffentlichkeit auch Warnungen und Hinweise entgegen, um vor dubiosen Spendenaufrufen oder Organisationen zu warnen. Ein Blick in diese Liste kann sich somit lohnen.

Soll ich kleine oder grosse Organisationen unterstützen?

Wahrscheinlich ist es so, dass deine Spende bei einem kleinen Projekt effizienter eingesetzt wird. Kleine Organisationen haben oft keinen komplexen Verwaltungsapparat und deine Spende macht einen grossen Unterschied. Grosse Organisationen müssen anders arbeiten, haben aber z.B. politisch gesehen einen viel grösseren Einfluss, deine einzelne Spende fällt aber weniger ins Gewicht. Letztlich sind beide – grosse und kleine – wichtig und ergänzen sich gegenseitig.

Wieviel soll ich meiner christlichen Gemeinde geben?

Mit dieser Antwort wage ich mich auf dünnes Eis. Ich weiss, dass viele Gemeinden ihre Mitglieder um den Zehnten (also 10% vom Einkommen) bitten und ich gehe mal davon aus, dass die Gemeinden den Zehnten auch gut einsetzten. Natürlich kannst du deinen Zehnten deiner Gemeinde geben, wenn du das magst, aber denke daran: Spenden sollte niemals aus Druck oder Zwang erfolgen. Wenn du eine fremde Gemeinde besuchst, dann hast du natürlich auch die Möglichkeit, diese zu unterstützen. Wieso sich nicht an die Faustregel halten: „Für einen Kinobesuch würde ich schnell 30 Franken ausgeben, warum sollte ich aus Dankbarkeit für den Gottesdienst weniger in den Beutel legen?

Soll ich auf der Strasse spenden?

Es gibt Organisationen, die lassen über beauftragte Firmen auf der Strasse Menschen ansprechen und um Spenden bitten. Diese Form des Fundraisings funktioniert, ist aber vielen Personen zu aufdringlich. Auch hier gilt: Lass dich nicht überreden, sondern, wenn dich das Projekt interessierst, kannst du auch den Flyer mit nach Hause nehmen und in Ruhe entscheiden. Du musst niemals sofort die Welt retten

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Soll ich einmalig oder regelmässig spenden?

Regelmässige Spenden haben für die Empfänger natürlich einen viel höheren Wert. Sie erleichtern die Verwaltung und die Planung, letztlich erhöht das die Effizienz deiner Spende. Das bedeutet aber nicht, dass einmalige Spenden nicht auch wichtig wären. Du könntest einen Teil deines Spendenbudgets auf monatliche Unterstützungsbeiträge verteilen und einen Teil für spontane Anliegen verwenden

Sind Kinderpatenschaften zu empfehlen?

Bei diesem Thema scheiden sich die Geister. Einige halten es für manipulativ und zu sehr bindend, andere mögen den persönlichen Kontakt zu den Kindern. Frage dich im konkreten Fall, ob die Kinderpatenschaft (und der damit verbundene persönliche Kontakt zum Kind) dir und vor allem dem Kind etwas bringt. Projektpatenschaften (bei denen man beispielsweise regelmässig an ein Kinderheim spendet) wären eventuell eine Alternative.

Soll ich mein Projekt persönlich besuchen?

Solange es keinen Spendentourismus auslöst: Ja. Gerade kleinere Organisationen würden sich über deinen Besuch freuen und sich gerne die Zeit nehmen, dir alles vor Ort zu erklären. Bei grösseren Organisationen und sehr vielen Spendern könnte das allerdings eher problematisch sein, da viele Besuche die Projektarbeit stören würden, auch dafür sollte man Verständnis aufbringen.

Sind Crowd-Sammelaktionen sinnvoll?

Gerade solche Aktionen, bei denen viele Menschen online kleine Beträge spenden, um das Spendenziel zu erreichen, können viel Spass machen und bieten auch aussergewöhnlichen Anliegen eine gute Plattform. Prüfe auch hier die Seriosität, denn das Angebot ist vielseitig. Gute Schweizer Plattformen sind beispielsweise Wemakeit und 100-days.

Zusammenfassung:

Zusammenfassend kann gesagt werden:

  • Höre bei der Aswahl auf dein Herz (Spenden soll auch dir Freude bereiten)
  • Benutz deinen Verstand (lass dich nicht drängen und prüfe die Empfänger-Organisation) 
  • Beschränk dich auf eine übersichtliche Zahl von Projekten (damit Zeit bleibt, um informiert zu bleiben)

Beitrag verfasst von Alexander Blum, zuletzt aktualisiert am 11.02.2019

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