Rückblick: Ostercamp 2012

Susan Baggi und Therese Zimmermann geben uns einen Rückblick auf das Camp mit Strassenkindern zu Ostern 2012. Für Susan, die für Casa Girasol in Honduras lebt, war bereits die sechste Lagerwoche mit Kindern. Und auch wenn die Camps im Casa Girasol sich von der Struktur her ähneln, war es wieder etwas ganz Besonderes.

Sowas wie Schnee…

Eigentlich wäre der April der heisseste Monat des Jahres und sehr trocken. Die jährlichen Waldbrände kamen vor dem Kinderlager auch bedenklich nahe ans Casa Girasol. Doch welch ein Segen war der Regen. Auch wenn wir das Programm ändern mussten und einiges nach innen verlegten, schadete das der Stimmung nicht. Zweimal fiel sogar Hagel und die Kinder meinten „So muss wohl der Schnee sein!“

Nur Gott kann heilen

Einige der Jugendlichen mit ihren Lebensgeschichten, die manchmal haarsträubend sind, wuchsen uns auch diesmal wieder besonders ans Herz. So jung und schon so viel Schmerz und Verletzungen im Herzen. Einmal mehr wurde uns bewusst, dass das menschlich gesehen gar nicht geheilt werden kann. Das kann nur Gott und er hat in dieser Woche damit begonnen. Besonders schön war es mitzuerleben, wie sich ein Mädchen, das viel Schlimmes erleiden musste, sich jeden Tag ein wenig mehr geöffnet hat und Freude auf ihr Gesicht kam. Aber da war auch ein 15-jähriges Mädchen, das sich am Schmerz des Verlustes festklammerte und immer wieder heftige Weinatacken hatte. 

Pizza backen

An einem Nachmittag stand Pizzabacken auf unserem Programm. Dies ist ein Workshop, der den Kindern immer viel Freude bereitet. Jedes will dabei sein und mithelfen. Schliesslich will auch jedes ein Stück Pizza zum Abendessen bekommen. Die Hände wurden gewaschen, die Beilagen (Tomaten, Peperoni, Schinken) wurden geschnitten und auf den vorbereiteten Teig gelegt und schliesslich kamen die Pizzen in den Ofen.
Nach kurzem Vorzeigen konnten die Kinder die Aufgaben selbst erledigen.

Du bist wertvoll

Neu hatten wir beim ersten der täglichen Inputs das Thema: „Du bist wertvoll“ genommen. Mit einem Spiegel machen wir die Runde und fragten die Kinder, was sie sehen würden. Einige wollen gar nicht hineinschauen oder sagen, sie würden etwas Hässliches sehen. Es flossen einige Tränen, weil ihnen nie jemand zuvor gesagt hatte, dass sie wertvoll waren.

Ein weiteres Thema war die Vergebung. Auch wir wurden uns wieder neu bewusst, dass wir mit Dingen, die wir nicht vergeben, uns selber schaden. Wir staunten über die Offenheit der Kleingruppen. Ssie sprachen über Misshandlung und Missbrauch. Da ist Vergebung ein grosser Schritt, der manchen (zu) schwer fiel.

Am Ende loslassen

Am Ende blieb uns nur, die Kinder wieder loszulassen und zu beten, dass die Jugendlichen ihren Weg weitergehen. Es freut uns immer wieder, wenn wir einige der Kinder im Casa Alianza (eine Partnerorganisation von Casa Girasol) wiedersehen dürfen. 

One thought

  1. Danke liebe Susan für Deinen Bericht und die Einblicke. Ihr tut einen wertvollen Dienst und investiert in die Kinder und Jugendlichen – dieser Same geht auf und trägt Früchte. Wünsche Dir mit Thomas, Jael und Levi und dem ganzen Team Gottes Segen und die Kraft Seines Geistes. En liabe Gruess, Dad

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