Tag auf der Müllhalde – Über 170 Mahlzeiten verteilt

14. September 2018: Das Team von Casa Girasol verbrachte einen weiteren Tag auf der Müllhalde, um Strassenkindern am Rande der Gesellschaft zu begegnen. Es war sehr heiss, die Sonne brannte, es stank wie gewohnt und die Müllhalde von Tegucigalpa war voller als sonst. Viele neue Menschen haben wir heute kennengelernt. Viele Kinder und Senioren haben heute zum ersten Mal eine leckere Mahlzeit von uns erhalten.

Vorbereitungen auf den Einsatz

Fast einen ganzen Tag haben unsere Köchin Doña Susana und Clara, die einen Basis-Einsatz bei uns leistet, für die Kinder auf der Müllhalde gekocht. Es gab Safran-Reis mit Mais, Hühnchenbrust und Gemüse, die geliebten Bohnen und Tortillas sowie zum Nachtisch Schokoladen- oder Vanille-Kuchen. Eigentlich ein Festschmaus – wären da nicht all die Fliegen, die Berge von Abfall und die grosse Not der Menschen, die das Bild trüben.

Welches Schicksal ist schlimmer?

Gegen 10.30 Uhr ging es los mit den Fahrzeugen in Richtung Müllhalde. Zum ersten Mal hatten wir deutlich zuwenig Essen dabei und wir hätten noch viel mehr verteilen können. Aber wer weiss, vielleicht können wir für nächste Woche das Budget etwas aufstocken?

An diesem Tag stellten wir uns die Frage, welches Schicksal eigentlich schlimmer ist: Das der Kinder auf der Müllhalde, die eigentlich ganz fröhlich aussehen oder das der Senioren, die sehr krank sind, kaum gehen können und um ihr Überleben kämpfen?

Kinder haben die Armut nicht verdient

Die Kinder haben es nicht verdient, im Abfall wühlen zu müssen. Sie sollten zur Schule gehen und ein chancenreiches Leben vor sich haben. Die Alten haben schon ihr ganzes Leben geschuftet und sollten eigentlich ihre letzten Jahre von den Früchten ihres Lebens zehren dürfen. Niemand sollte auf der Müllhalde leben müssen, weder jung noch alt!

Wo sind die verantwortungsvollen Eltern, die ihren Kindern ein Kindsein ermöglichen sollten? Wo sind die Kinder, die sich um ihre Eltern kümmern, damit es ihnen an nichts fehlt? Wo sind die Familien, in denen man sich gegenseitig hilft?

Die grundlegenden Probleme

Den Menschen auf der Müllhalde schlagen die Auswirkungen zweier Grundprobleme der honduranischen Gesellschaft direkt und mit voller Wucht ins Gesicht: 1. Dysfunktionale Familien (die klassische Familienstruktur Vater-Mutter-Kind ist kaum vorhanden) und 2. Fehlende soziale Strukturen (Staat und Gesellschaft kümmern sich nicht um Menschen am Rande der Gesellschaft). Jeder ist sich selbst überlassen und entweder man hat Glück und Erfolg, gerät auf Abwege oder landet wie diese Menschen eben auf dem Abfallberg.

Wie wir helfen können

Es braucht einen Wandel in der Gesellschaft, um die Grundprobleme anzugehen. Eine Monsteraufgabe, ein Problem, das kaum zu bewältigen ist. Hoffen und beten wir, dass wir durch unsere Arbeit etwas Licht und Hoffnung in diesen dunklen Ort bringen dürfen. Wir können nur einen kleinen Beitrag leisten, aber für diese Menschen macht es einen grossen Unterschied. Letztlich muss sich aber das Verantwortungsbewusstsein der Gesellschaft ändern. Vielleicht darf das Licht von der Müllhalde auf die Stadt strahlen?

Hilfst du mit?

Heute sagte ein Mann zu uns: Dieses Essen ist ein Geschenk Gottes und ihr seid seine Boten. Ganz genau! Dank deiner Hilfe können wir Gottes Segen auf die Müllhalde von Tegucigalpa bringen. Vielleicht ist es dir möglich, einen kleinen Beitrag für den nächsten Besuch auf der Müllhalde zu spenden? Am Ende dieses Beitrages findest du eine Online-Spendenmöglichkeit.

Hier im Blog findest du auch den spannenden Artikel „Es stinkt zum Himmel„, weitere Fotos und viele Erlebnisberichte von unseren Besuchen auf der Müllhalde.

Alexander Blum, Gesamtleiter

Mahlzeiten für die Müllhalden

Ein Mittagessen für 10 Kinder und Erwachsene können wir bereits mit CHF 17.- kochen und verteilen. Ein Besuch kostet ca. CHF 340.-

17,00 CHF

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