Familie Biaggi: Erlebnisberichte und Videos aus Honduras

Susan, Thomas, Jael und Levi waren von 2010 bis 2013 als Missionarsfamilie in Honduras, haben Campwochen für Strassenkinder veranstaltet und als Betreuer im Kinderheim Rafael gearbeitet. Thomas realisierte gemeinsam mit dem Team von Casa Girasol viele kleinere Bauprojekte, bei denen seine Erfahrungen als Zimmermann von grossem Nutzen waren. Wir erlebten mit Biaggis eine spannende Zeit und sind dankbar für den grossartigen Missionsaeinsatz als Familie. Ein paar Erlebnisberichte und Videos von Biaggis haben wir hier zusammengestellt.

Die erste Nachricht / Grüsse der Familie Biaggi

2010

Hallo zusammen. Wir, die Familie Biaggi, sind in Honduras angekommen. Die letzten drei Wochen beinhalteten viele verschiedene Eindrücke. Der lange Flug, das wunderschöne Haus, das Kinderheim RafaEL, die einheimischen Mitarbeiter, die anderen Missionare, eine fremde Kultur und das angenehme Wetter, 20 bis 30 Grad. Im Moment sind Heid, Susi und ich drei Abende in der Woche zuständig für die Kids im Kinderheim Rafael. Los chicos geniessen es mit uns zu spielen, zu kuscheln oder zu raufen.

Wir freuen uns sehr, dass wir von Gott an diesen Ort gelenkt wurden und sehen zuversichtlich und mit vielen Ideen und Tatendrang in die Zukunft.

Das Leben im öffentlichen Bus

2010

Ich liebe es, ins echte honduranische Leben einzutauchen. So ist es jedes Mal spannend, mit dem öffentlichen Bus in die Stadt auf den Markt zu fahren.

Mit Levi auf dem Arm und Jael an der Hand stehe ich am Strassenrand und warte auf den gelben (ehemaligen amerikanischen Schul-) Bus. Alle Sitze sind besetzt, zum Teil mit 2 Kindern zusätzlich auf dem Schoss, der Gang ist auch schon voll mit stehenden Leuten. Wir zwängen uns noch rein. Irgendwann nimmt ein freundlicher, starker Mann Jael auf den Arm, dass sie nicht ganz untergeht. Oh, denn voll ist der Bus noch lange nicht, da kann noch kräftig geschoben werden. Sobald es irgendwie ein Durchkommen gibt, wird mir mit Levi ein halber Sitz angeboten. Die 8 Lempiras (ca. 40 Rappen) für die halb- bis einstündige Fahrt kann ich knapp aus der Hosentasche klauben.

Die alte Frau neben mir beginnt sofort ein Gespräch und ist wie fast alle Honduraner begeistert von Levi’s und Jael’s blauen Augen. So, langsam haben wir Hunger. Ah, da kommt ja schon eine Frau in den Bus und verkauft feine selbstgemachte Pommes-Chips und zur Essenszeit sogar warme Maiskolben. Das Wasser wird praktischerweise im Plastikbeutel verkauft, nur ein Ecklein abbeissen und schon können wir trinken. Naja, manchmal muss ich mich schon etwas zusammennehmen, dass ich den leeren Beutel nicht einfach zum Fenster raus schmeisse, schliesslich machen das hier alle so.

Auch mal auf die Gegenfahrbahn

Auf der Strasse ist Hochbetrieb, rechts überholen normal und wenns auf der Gegenfahrbahn schneller geht, dann wird diese auch benützt. Beim nächsten Stau steigt ein Mann mit einer Tasche ein. Eine wahre Wundertüte, was er da alles zum Verkaufen raus befördert: von der Zahnpasta über Schmerzmittel und Socken bis zum Englischkurs.

Etwas später erzähl jemand laut von seinem Leben und ruft zum wahren Christentum auf, das sich sozial einsetzt für die Strassenkinder. Leider sehen wir auch davon viel Elend unterwegs. Kaum 10-jährige Kinder, die Sachen verkaufen, um ein paar Lempiras zum Lebensunterhalt zu verdienen. Obwohl es heisst, dass Busfahren nicht ungefährlich ist, haben wir nur durchwegs positive Erfahrungen gemacht bis jetzt, freundliche, hilfsbereite Menschen. An der Endstation werden wir ins Gewühl des Marktlebens aufgenommen.

Susan Biaggi

Segnungen der Rafael-Kinder

November 2012

Ein Segen ist wie ein kleiner Funke. Aus einem unscheinbaren Glimmern kann ein grosses Feuer entstehen. Aus diesem Grund ist es so unglaublich wertvoll, die Kinder zu segnen.

Günther und Margret, die Eltern unserer Missionarin Susan Biaggi, haben Honduras während vier Wochen besucht und die Kinder im Rafael ins Herz geschlossen.

Es war ihnen ein Anliegen, zum Abschied einen Grillplausch zu organisieren und nicht nur die Körper der Kinder zu stärken, sondern auch ihren Geist. Für jedes Kind haben sie einen ganz persönlichen Bibelvers ausgesucht und sie gesegnet. Die Kinder haben ganz gespannt zugehört, haben die herzliche Umarmung genossen und es sind sogar Tränen geflossen. Möge der HERR die Segensworte zum Brennen bringen!

Weihnachten im Kinderheim

Dezember 2012

Es ist zwar erst der 18. Dezember, und doch haben wir im Kinderheim und Drogenrehabilitationshaus Rafael heute Weihnachten gefeiert. Denn morgen werden die Kinder das Rafael für die Zeit der Weihnachts- und Neujahrtage verlassen. Ein Grossteil kann zur Familie in die Ferien fahren, einige verbringen die Zeit mit anderen Kindern im Casa Alianza, unsere Partnerorganisation.

Susan und Thomas verleiten die Kinder dazu, die Weihnachtsgeschichte in der Bibel selbst nachzulesen, um einige Fragen zu beantworten. Den Findigsten winken schliesslich ein paar Süssigkeiten.

Es gibt ein Essen, dass alle Kinder lieben: Arroz chino (chinesischer Reis) mit Poulet und Meeresfrüchten. Zum Dessert gibts Flan mit Schlagrahm.

Für jedes Kind gibts einen Teller Guetzli. Schön abgezählt, alle gleich viel. Grossmutter „Abuela“ Heidi hatte sie extra gebacken.D

Thomas hat eine Präsentation vorbereitet und zeigt Bilder der Heimkinder der letzten Jahre. Toll, wie die Jungs heran gewachsen sind und toll, was wir alles gemeinsam erlebt haben!

Als Geschenk bekommen die Jungen je eine flauschige Decke mit einem Tier-Sujet. Eine willkommene Wärmequelle für die kühlen Nächte.

Kurzvideos von Thomas Biaggi

Danilos Haus entsteht

Mais-Ernte im Kinderheim Rafael

Holzarbeiten