Leben geht auch anders: Auf Hasenjagd

Dieser Blog bietet auch Platz für spannende oder witzige Geschichten vom Leben in Honduras, wie „Fischen im Dunkeln“ oder „Honig-Ernte„. Heute: Hasenjagd von Alexander Blum – Ein Männerausflug der honduranischen Art.

Hasenjagd: Vier hasen und Karotten gemalt auf einer Serviette

Hasen, Benzin und Verfolgungsjagd

Auf nach Lepaterique!

Der letzte Ausflug führte mich wieder mit meinem Freund Miguel in die Wildnis. Wir fuhren zwei Stunden mit dem Auto nach Lepaterique, einer Ortschaft mitten im Nirgendwo. Die Erdstrassen waren kurvig und führten über eine Hügelkette. Am Ziel angekommen war es schon dunkel. Der „Winter“ sei eine besonders gute Zeit für die Hasenjagd, hatte man mir gesagt. Ich hab zwar in meinem Leben noch nie geschossen, aber wieso auch nicht. Wie man Hasen kocht, weiss ich zumindest.

Wo sind die Hasen?

Bevor wir uns auf den Weg ins Gebüsch machten, strichen wir unseren ganzen Körper mit Benzin ein. Das soll helfen gegen die vielen Zecken, die es hier gibt. Mühsamer Nebeneffekt ist die leichte Beduselung, aber das gehört wohl zum Abenteuer. Wir zogen los und suchten mit den Taschenlampen nach Hasen. Ein paar Rinder und ein paar Pferde entdeckten wir, aber diese zu jagen war dann doch zuviel des Guten.

Schliesslich reflektierten die Augen von Hasen im Schein der Taschenlampen, doch schwupps, da waren sie auch schon wieder weg. Irgendwann, müde, gaben wir auf und gingen zurück zum Erdhaus. Dort wartete auch schon das Abendessen auf uns. Nein, nicht Hasen, aber Bohnen, Tortillas, Eier und Würstchen. Auch gut.

Zu meiner Freude hatte der Trick mit dem Benzin bei mir funktioniert. Ich fand keine Zecken. Miguel entpuppte sich als benzinresistent und wir durften zahlreiche Zecken ausreissen. Einfach mit dem Fingernagel ziehen, so macht man das hier.

Schreckgeschichten um Mitternacht

Gegen Mitternacht fuhren wir dann wieder in Richtung Stadt. Unterwegs erzählt mir Miguel, dass er das letzte Mal, dass er hier war, von einem Auto verfolgt wurde, mit ausgestreckter Pistole versuchte man ihn zum Anhalten zu zwingen, doch er als Taxifahrer habe es geschafft, davonzukommen, trotz der vielen engen Kurven. Toll, dachte ich mir, und das sagt er jetzt! Aber alles halb so schlimm, um diese Zeit schlafen bestimmt auch schon die bösen Leute.

Auch dieser Ausflug war wieder ein Abenteuer. Leben geht auch anders!

Liebe Grüsse aus Honduras
Alexander Blum, Gesamtleiter von Casa Girasol