Leben geht auch anders: Fischen im Dunkeln

Dieser Blog bietet auch Platz für spannende oder witzige Geschichten vom Leben in Honduras. Heute: Fischen im Dunkelnvon Alexander Blum– Ein Männerausflug der honduranischen Art.

Ein Mann wirft im Dunkeln seine Netze aus.

Fischen bei Lebensgefahr

Neun Männer auf einem Pick-Up, drei quetschten sich vorne rein, sechs auf die Ladefläche. Dann ging es los. Eine Stunde fuhren wir die Stadt hinaus in ein Tal. Es war schon dunkel. Unterwegs kauften wir uns ein gebratenes Huhn, dass wir dann, wohlgemerkt ein Huhn und schätzungsweise 100 Tortillas für 9 Männer, als Abendessen verspeisen würden.

Wir kamen in der Lagune an, sowas wie ein Bewässerungsteich einer Peperoni-Gewächsanlage. Gute 100 auf 100 Meter war der Teich gross. Wir hatten Netze dabei, insgesamt 70 Meter lang. So gingen wir ins Wasser und durchliefen und durchschwammen den Teich mit den Netzen. Die Idee wäre gewesen, dass man so die Fische in eine Ecke treibt und schliesslich mit dem Netz heraus zieht. Wäre… denn nur zu oft verhedderte sich das Netz und es rissen sich Löcher hinein, wodurch die Fische in die Freiheit schwammen. Alles in Allem liess sich der Fang sehen, immerhin, drei Stunden und ein guter Sack voller Fische. Aber das Wichtigste war dabei ja der Spass an der Sache selbst. Und den hatten wir!

Irgendwann kam es mir in den Sinn, zu fragen, warum wir das eigentlich in der Nacht taten, und vor allem in einer Nacht, in der nicht einmal der Mond schien. Die Antwort war – eigentlich logisch: Na, am Tag würde uns ja der Besitzer des Teiches erschiessen, wenn er uns erwischt!

Wieder komme ich zum gleichen Schluss: Leben geht auch anders.

Grüsse aus dem Casa Girasol in Honduras!

Alexander Blum

Weitere Erlebnisgeschichten mit dem Fazit „Leben geht auch anders“ sind die Hasenjagd und Bienenhonig-Ernte.

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