Zeitungsartikel zur Eröffnung Kinderheim Rafael

Artikel zur Eröffnung des Kinderheims Rafael, erschienen auf Livenet, im St. Galler Tagblatt, in den OBNA und im Neuen Anzeigen:

«Casa Girasol» eröffnet Kinderheim in Honduras

Am 1. Juni sind die ersten neun Strassenkinder ins neue Kinderheim Rafael in Honduras eingezogen. Damit hat das junge Schweizer Hilfswerk «Casa Girasol» die zweite Einrichtung innerhalb von drei Jahren eröffnet.

An der Eröffnungsfeier am 31. Mai wurde ersichtlich, welche Arbeit in den letzten Monaten und Wochen geleistet wurde: Im September des vergangen Jahres hatte der gemeinnützige Verein die Schlüssel für eine baufällige Liegenschaft ausserhalb der honduranischen Hauptstadt erhalten. Während in der Schweiz in Erlen ein Container voll mit Einrichtungsgegenständen gesammelt wurde, machten sich freiwillige Helfer vor Ort an die Renovation. Nun, nur wenige Monate später, sind die Bauarbeiten abgeschlossen, der Container angekommen und ausgepackt und das Kinderheim liebevoll eingerichtet.

9 von 24 Betten belegt

Ein Tag nach der offiziellen Einweihung sind am 1. Juni die ersten neun Jungen eingezogen. Damit sind bereits fast die Hälfte der Betten belegt. Das Rafael bietet Platz für 24 Strassenkinder. Die Zahl der Kinder, die im Rafael ein neues Zuhause finden, richtet sich nach den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln. «Wir denken, dass wir jetzt, wo das Heim eröffnet ist, weitere Sponsoren und Paten fürs Rafael finden werden. Es ist sonst alles bereit», gibt sich der Gründer Alexander Blum zuversichtlich.

Crack und Haschisch

Die Kinder vom Rafael sind zwischen 12 und 18 Jahre alt, Strassenkinder und süchtig. Mit Crack, Haschisch oder Leimschnüffeln haben sie ihre Ängste und traumatischen Erlebnisse, vor denen sie geflohen sind, zu verdrängen versucht. Doch jetzt wollen sie weg: weg von der Strasse und weg von den Drogen. Dies ist die Grundvoraussetzung, um ins Kinderheim und Rehabilitationszentrum Rafael aufgenommen zu werden – die Kinder und Jugendlichen müssen es selber wollen. Bis zur Selbständigkeit und zum Erwachsensein ist es ein weiter Weg. Sie werden dabei begleitet, doch gehen müssen sie ihn selbst.

Rafael – christliche Werte

Der Name Rafael ist bewusst gewählt. Der aus dem Hebräischen stammende Name bedeutet «Gott heilt». «Unsere persönliche Motivation kommt aus dem christlichen Glauben. Wir sind davon überzeugt, dass Gott jedes persönliche Schicksal wenden kann – auch das eines Strassenkindes. Die seelischen Wunden und die Süchte dieser Kinder können heilen, und es ist möglich, dass sie neue Hoffnung für ihr Leben schöpfen», ist Blum überzeugt. Bereits während ihrer bisherigen Arbeit im Casa Girasol, wo Strassenkinder zu lebensverändernden Lagerwochen eingeladen wurden, hätte sich immer wieder gezeigt, wie Gott in den Herzen der Kindern wirken kann. Oft bringe Gott in den wenigen Tagen eines Camps tiefe Wunde ans Licht, die dann heilen dürfen. In der Bibel sagt Jesus: «Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn gerade für solche wie sie ist das Himmelreich» (Matthäus, Kapitel 19, Vers 14). So wolle man auch im Casa Girasol und im Kinderheim Rafael den Kinder den Weg zu Jesus Christus zeigen. Die Organisation Casa Girasol hat eine christliche Orientierung, ist unabhängig und ist Mitglied der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) und der Christlichen Geschäftsleute Schweiz (CGS).

Mit viel Herzblut

Die Verantwortung für das Kinderheim Rafael liegt ganz bei Casa Girasol. Zwar arbeitet man vor Ort mit erfahrenen Partnerorganisationen zusammen, um Synergien und Erfahrungen zu nutzen, letzten Endes ist der Schweizer Verein aber selbst Betreiber des Kinderheims. So wird garantiert, dass jeder Spendenfranken sinnvoll und zweckbestimmt eingesetzt wird. Alexander Blum erklärt: «Hinter unserem Engagement steckt viel Herzblut und Freiwilligenarbeit: Die Verwaltung in der Schweiz sowie unsere Missionare vor Ort arbeiten alle ehrenamtlich. Nur so ist es möglich, dass wir mit einem bescheidenen Budget eine intensive und familiäre Betreuung im Kinderheim Rafael anbieten können.»

WM 2010: Schweiz – Honduras

Wenn am 25. Juni die Schweizer Nationalmannschaft an der Fusball-WM in Südafrika gegen Honduras antritt, wird man im Rafael wohl alle Kinder und Betreuer vor dem Fernseher finden. «Ausnahmsweise werden wir an diesem Tag im Heim einen Fernseher aufstellen, so dass die Jungs dieses Ereignis erleben können.» erzählt Blum. «Kaum im Kinderheim eingezogen, wollten die Jugendlichen bereits wissen, ob sie an diesem Tag das Spiel sehen dürfen.» Fussball ist der Nationalsport schlecht hin und Honduras ist erstmals seit 1982 wieder bei der WM dabei. «Da müssen wir einfach ein Auge zudrücken. Das wird ein tolles Ereignis, auch wenn die Schweizer Fans im Rafael in der Minderheit sein werden!»

Auf der Webseite www.casagirasol.ch kann man dem neuen Kinderheim einen Besuch abstatten. Ein Video-Rundgang führt durchs gemütliche Rafael. Wer die Arbeit von Casa Girasol vor Ort besuchen will, findet im Internet auch Informationen zu den Kurzeinsätzen.