Das Geheimis der Liebe Christi

Es gibt Menschen, die lassen uns staunen. Selbst in schwerer Krankheit oder Not setzen sie ihr Vertrauen weiter in Gott. Sind sie etwa zu naiv, zu optimistisch oder sogar zu dumm, um die Ernsthaftigkeit ihrer Lage zu erkennen? Oder hüten sie vielleicht ein grosses Geheimnis? Wir wollen der Frage auf den Grund gehen, warum Menschen trotz grosser Not am Glauben festhalten.

Das Geheimnis der Liebe Christi

Wie Menschen auf Gefahren reagieren

Menschen reagieren nach gewissen Mustern auf bedrohliche Situationen. Man sagt, Körper und Psyche würden unbewusst und blitzschnell eine der drei Reaktionen wählen, um Gefahrensituationen zu begegnen: „Kampf“, „Flucht“ oder „Todstellen“. Wir reagieren auf eine der drei Arten, auch wenn wir mit einer Krebsdiagnose, einem Trauerfall oder grossen Problemen, die unser Unterbewusstsein als lebensbedrohend ansieht, konfrontiert werden.

Dennoch beobachten wir, dass Menschen diese Reaktionsmuster unterschiedlich umsetzen:

  • Kampf: Man kann siegessicher kämpfen oder panisch umsichschlagen.
  • Flucht: Während manche mit einem klaren Ziel vor Augen die Flucht ergreifen, irren viele orientierungslos umher.
  • Todstellen: Es gibt Menschen die hoffnungsvoll eine Situation aushalten und warten bis die Gefahr vorüberzieht oder solche, die einfach resignieren.
Warum Menschen auch in grosser Not am Glauben festhalten

Der Unterschied liegt im Glauben

Wie wir reagieren hängt letztlich von dem ab, was wir glauben. Oder anders gesagt: Menschen, die selbst im grossen Leiden am Vertrauen und Glauben festhalten, hüten ein grosses Geheimnis. Sie wissen, dass der HERR sie niemals verlässt!

Darum fragt uns Paulus im Römerbrief 8.35: „Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte oder Schwert?“

Es ist daher nicht naiv zu glauben, dass wir mit Gottes Hilfe menschlich betrachtet aussichtslose Kämpfe gewinnen können. Es ist nicht zu optimistisch nach Auswegen aus brenzligen Situationen zu suchen, wenn man sich an Gottes Güte orientiert und es ist keinesfalls dumm in aller Dunkelheit auf Gottes Eingreifen zu hoffen und auszuharren.

Nicht an der Güte Gottes zweifeln

Doch es gibt auch viele Menschen, die in Not und Krankheit an Gottes Liebe zweifeln und Gott auf die Anklagebank setzen, statt ihn als Richter und Erlöser zu erkennen. Wer annimmt, dass das Leben auf Erden nur aus Glück, Freude, Reichtum, Gesundheit oder Freiheit bestehen muss, der irrt gewaltig und nährt die eigene Verzweiflung. Wer stattdessen daran festhält, dass die Liebe Christi auch die dunkelsten und schmerzerfülltesten Zeiten unseres Lebens mit Licht erfüllen kann, der hat das Ausmass dieser Liebe begriffen und reagiert vertrauensvoll, egal ob er kämpft, flieht oder sich todstellt.

Darum kam der HERR dort zur Welt, wo die Not am grössten war, in der Dunkelheit und Kälte eines Stalls. Dass Sie in der Weihnachtsgeschichte das Geheimnis von Christi Liebe entdecken, dass wünsche ich Ihnen für die kommende Adventszeit.

Mit lieben Grüssen, Alexander Blum

Der Artikel „Das Geheimnis der Liebe Christi“ wurde im Treffpunkt (Ausgabe November 2019) der Evangelischen Kirchgemeinde Erlen veröffentlicht und dient als Gedankenanstoss an die Gemeinde. Weitere spannende Beiträge von Alexander Blum findest du in der Rubrik Gedanken hier im Blog.