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Corona-Nothilfe – Aufgeben oder weitermachen?

Es sieht nicht gut aus. Die Fallzahlen steigen, das Gesundheitssystem ist wie eh und je überfordert, die Verteilaktionen bergen zunehmend auch ein Risiko für unser Team und die Spenden für die Corona-Nothilfe flachen ab. Nun müssen wir uns die Frage stellen: Aufgeben oder weitermachen? Sollen wir jetzt dankbar auf das zurückschauen, was wir bisher erreichen durften und die Nothilfe an dieser Stelle einstellen? Oder machen wir motiviert weiter, im Wissen darum, dass unzählige Familien unsagbares Leid ertragen und jedes verteilte Hilfspaket auch ein Funken der Hoffnung in einer düsteren Zeit ist?

Die Familien brauchen unsere Nothilfe-Pakete

Ein Blick auf die aktuelle Lage macht deutlich, dass die Familien unsere Nothilfe-Pakete weiterhin dringend brauchen. Warum? Weil die Lage nicht besser, sondern schlimmer wird. Die Fallzahlen in Honduras steigen weiter, den Krankenhäuser geht der Sauerstoff aus und neue Patienten werden abgewiesen. Eine Besserung ist nicht in Sicht.

Durch die Ausgangssperre der letzten 3 Monate konnte ein weiterer Anstieg wie erwartet nicht verhindert werden. Angesichts der zunehmenden Unruhen dürfen 20% der Belegschaft jeder Firma zur Arbeit zurückehren, für alle anderen gilt weiterhin die totale Ausgangssperre. Nur alle 14 Tage darf man in Honduras für 7 Stunden das Haus verlassen, um die notwendigsten Dinge zu erledigen und Lebensmittel einzukaufen.

Für die allermeisten Menschen im Land sind es bereits 3 Monate ohne jegliches Einkommen. Die Verzweiflung nimmt weiter zu: Hunger, fehlende Medikamente, unermessliche Schulden und keine Hilfe vom Staat. Die Familien in den Dörfern, auf der Müllhalde und in den armen Stadtteilen brauchen unsere Hilfe. Ohne Frage: Wir möchten von Herzen gern weiterhin Corona-Hilfspakete, Hygienematerial und Schutzmasken verteilen. Denn jedes Hilfspaket ist auch ein Hoffnungsschimmer am dunklen Horizont – die gelebte Solidarität schenkt den Familien Kraft, um weiter durchzuhalten!

Corona Nothilfe Casa Girasol Crowdfunding Spenden

Die Spenden für die Corona Nothife werden weniger

Die Hilfspakete, die unser Team von Haus zu Haus trägt, beinhalten Grundnahrungsmittel, Hygieneartikel, eine ermutigende Botschaft und neu auch Schutzmaterial. Ca. CHF/EUR 28.- kostet eine Ration für eine Familie, ein Kind in einem armen Kinderheim oder vergessene Senioren in ihren Heimen und Hütten. Über 1500 Pakete durften wir dank eurer Spenden bereits verteilen – und damit über 4000 Menschen helfen, die in dieser schwierigen Zeit so dringend auf Unterstützung angewiesen sind. An dieser Stelle möchten wir allen Spender/innen von Herzen danken – und natürlich auch unserem Team, dass alle Dinge einkauft, verpackt, verteilt und unzählige persönliche Gespräche mit den Menschen führt.

Je mehr sich aber die Lage in Europa normalisiert und je näher der Sommer rückt, desto stärker spüren wir den Rückgang der Spenden für Corona-Nothilfe. Alle bisherigen Spenden haben wir eingesetzt, unsere Lager sind leer und wir bräuchten weitere Unterstützung, um dieses Krisenprogramm fortführen zu können. Gleichzeitig möchten wir den Bogen aber auch nicht überspannen. Wir wissen, dass auch unsere Unterstützer unglaubliches geleistet haben und unsere Nothilfe in den letzten 12 Wochen durch ihre grosszügigen Gaben ermöglicht haben. Macht es also Sinn, in die nächste Runde zu starten, oder sollten wir die Dinge dabei belassen?

Risiken für unser Team

Auch die Gesundheit unserer Mitarbeiter und ihrer Familien ist uns ein grosses Anliegen. Casa Girasol hat darum diverse Massnahmen ergriffen, um sie zu schützen und auch sie ein Stück weit durch diese Krise zu tragen. Wir koordinieren die Lebensmitteleinkäufe, stellen Schutzmaterial zur Verfügung und haben einen Lohnvorschuss getätigt, um finanziellen Engpässen entgegenzuwirken. Zudem sind zudem neu die Eltern, Kinder und Ehepartner der honduranischen Mitarbeiter in der sehr bescheidenen Krankversicherung inkludiert. Durch diese Massnahmen können die Mitarbeiter ruhiger schlafen und sich auf die Arbeit konzentrieren, auch wenn die Sorgen und Nöte im Land natürlich nicht spurlos an ihnen vorbeigehen. Da jeder Mitarbeiter auch Familienmitglieder bei sich zu Hause hat, die zur Risikogruppe gehören, stellt sich die Frage: Wie weit dürfen wir noch gehen, um die Mitarbeiter trotz der Verteilaktionen nicht über die Masse zu gefährden?

Gemeinsam entschieden: Wir machen weiter!

All diese Überlegungen haben wir uns als Team gemacht und sind zum Entschluss gekommen: Wir machen im Rahmen der Möglichkeiten eine Runde weiter! Mitte Juli werden wir die Lage neu beurteilen und wir hoffen, dass sich die Dinge bis dahin beruhigen dürfen und wir unsere regulären Programme wieder aufnehmen können. Aber allein werden wir es nicht schaffen, mit der Corona-Nothilfe weiterzumachen, wir brauchen deine Hilfe.

Es würde uns wahnsinnig freuen, wenn auch du die Nothilfe weiterhin unterstützen möchtest. Damit unser soeben auf CrowdCircle veröffentlichte Spendenaufruf nicht im Sand verläuft, ist es unglaublich wichtig, dass du in deinem Umfeld von unserer Aktion berichtest. Unsere eigenen Anstrengungen würden nicht ausreichen können, um weitere Spenden zu sammeln.

Du könntest zum Beispiel unsere Crowdfunding-Aktion auf CrowdCircle mit ein paar Klicks per WhatsApp oder Facebook mit deinen Freunden teilen. Das kostet nichts, kann aber viel bringen!

Und bitte, bete mit uns. Möge der HERR mit jedem Hilfspaket in jedes Heim und jede Hütte einziehen und seine segnenden Hände über den Menschen halten. Möge Gott den Familien die Kraft schenken, um durchzuhalten, den Willen, die einfachen Hygienemassnahmen umzusetzen und die Hoffnung der sich selbst überlassenen Menschen am Leben erhalten.


Weitere Infos zur Nothilfeaktion findest du auch auf der Webseite unseres Kinderhilfswerks. Hier im Blog haben wir in der Rubrik „Nothilfe“ diverse Erlebnisberichte für dich zusammengestellt.

Categories: Mitteilungen News Nothilfe Projekte Spendenanliegen

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casagirasolhonduras

Ich bin Alexander Blum und blogge für das Schweizer Hilfswerk Casa Girasol, dass sich in Honduras für die ärmsten Kinder in diversen Arbeitsbereichen einsetzt.

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