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Communiqué – Notstand bei Casa Girasol

Traurig und besorgt blicken wir auf die aktuellen, weltweiten Entwicklungen. Auch Honduras hat den Notstand ausgerufen und wir als Team sind gezwungen, uns den veränderten Bedingungen anzupassen und vorübergehend den Weg der Nothilfe einzuschlagen.

Nothilfe Corona Virus

Nothilfe in Zeiten des Corona-Virus‘

Aufgrund des Versammlungsverbotes können wir unsere bisherigen Projekte vorerst nicht in gewohnter Form durchführen. Wir dürfen die Kinder in den Heimen und die Menschen auf der Müllhalde aber in dieser besonderen Notlage nicht im Stich lassen.

Daher werden wir im März und April:

Die Kinderheime, wo unser Team auch sonst mit den Kindern arbeitet, mit der Lieferung von dringend notwendigen Lebensmitteln unterstützen. Aufgrund der ausbleibenden Staatshilfe können unsere Partnerorganisationen die Kinder nicht mehr ausreichend ernähren.

Und auch an die Kinder und Senioren auf der Müllhalde möchten wir gezielt Grundlebensmittel verteilen. Durch ihr jahrelanges Leben auf der Deponie haben sie vielerlei Vorerkrankungen und ihr Leben ist mehr denn je in Gefahr.

In welcher Grössenordnung wir helfen können, hängt letztlich davon ab, ob es uns in dieser Zeit gelingt, Spenderinnen und Spender von der dringenden Notwendigkeit dieser Nothilfe zu überzeugen. Wir haben grosses Verständnis dafür, dass auch die Menschen in Europa herausfordernde Zeiten durchleben, hoffen aber, dass trotz Grenzsperrungen die Solidarität dort nicht Halt macht. Denn die Menschen, die schon vorher auf unsere Hilfe angewiesen waren, sind es jetzt umso mehr.

Wenn du uns bei der Notfhilfe helfen möchtest, kannst du gerne auf eines unserer Spendenkonten einzahlen oder unsere Crowdfunding-Aktion unterstützen.

Anpassungen bei den Finanzen

Die herrschende Verunsicherung in Europa wirkt sich dramatisch auf unsere Spendeneingänge aus. Einzelspenden gehen zurück und Firmenspenden und Kollekten bleiben aus. Wir müssen daher aktuell nicht dringend notwendige Ausgaben auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Nebst der Nothilfe ist es uns zudem ein wichtiges Anliegen, alle unsere Mitarbeiter weiterhin beschäftigen zu können.

Wir halten an unseren langfristigen Plänen fest (wie die Baumpflanzungen, die Kindertagesstätte und der Neubau), denn es wird eine Zeit nach Corona geben. Die bereits dafür erhaltenen Spenden werden wir auch weiterhin für diese Zwecke verwenden. Vorübergehend werden wir aber nicht aktiv für diese Anliegen Spenden sammeln, sondern uns mit der Bitte an die Öffentlichkeit wenden, unser Kinderhilfswerk auch durch die besonders schwierigen Zeiten zu tragen und unsere Nothilfe für die Schwächsten zu unterstützen.

Kurzeinsätze

Wir schliessen uns der nun deutlichen Empfehlungen der Schweizer und deutschen Behörden an, von nicht dringend notwendigen Reisen bis Ende April abzuraten. Da wir bereits Volontäre vor Ort haben oder sich solche schon in der Region befinden, werden wir die Einsätze nicht grundsätzlich absagen. Wir werden in den nächsten Tagen mit den Betroffenen Kontakt aufnehmen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Unsere Kurzeinsätze ab Juli sind weiterhin bestätigt. Interessierte können mit uns Kontakt aufnehmen und sich provisorisch anmelden. Ohne die Mitarbeit von Freiwilligen ist das Engagement von Casa Girasol nicht denkbar. Darum möchten wir auch hier so bald wie möglich wieder zur Normalität zurückkehren.

Aktuelle Lage in Honduras

In Honduras ist der korrupte Staat nicht in der Lage, die Gesundheitsversorgung sicherzustellen, die Wirtschaft zu stützen oder die Löhne zu sichern. Die Bevölkerung wird sich selbst überlassen und hat grosse Existenzängste. Umso wichtiger ist es, die rund 300 bekannten Erkrankungsfälle und ihre Kontakte zu isolieren. Der Staat geht dabei sehr rigoros vor. Es gilt ein absolutes Ausgangsverbot, das heisst auch Lebensmittelgeschäfte oder Apotheken bleiben, ausser an einem Tag pro Woche, geschlossen. Dies soll solange dauern, bis alle Fälle eingrenzt sind. Wir hoffen, dass dies gelingt.

Wir rechnen dank der strikten Massnahmen mit einer langsameren Verbreitung als in anderen Ländern und das ist ein wichtiger Zeitgewinn. Doch unabhängig der Fallzahlen sind die Auswirkungen verheerend. Hierzulande sind mehr Opfer aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Folgen zu erwarten als aufgrund der Erkrankungen. Und diese Folgen treffen das arme Land bereits jetzt mit voller Wucht. Und, wie müssen davon ausgehen, dass das Coronavirus in Honduras und in anderen Entwicklungsländern verheerende Dimensionen erreichen wird.

Ich danke allen von Herzen für ihre so wertvolle Unterstützung. Auch wenn wir die Erkrankung noch nicht heilen können, können wir gemeinsam die Folgen abfedern. Egal wo und egal wie, jetzt ist die Zeit, dieses unsichtbare Ding mit Solidarität und Nächstenliebe zu bekämpfen.

Liebe Grüsse aus Honduras

Alexander Blum

Categories: Mitteilungen News Spendenanliegen

casagirasolhonduras

Ich bin Alexander Blum und blogge für das Schweizer Hilfswerk Casa Girasol, dass sich in Honduras für die ärmsten Kinder in diversen Arbeitsbereichen einsetzt.

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