Campwoche mit Kindern aus einem Bandenviertel

Ende August 2018 durften wir eine geniale Campwoche mit Kindern und Jugendlichen aus einem Bandenviertel erleben. Betreut wurden die Kinder von unserem Team und Volontärinnen und Volontäre aus der Schweiz und aus Deutschland, die einen christlichen Kurzeinsatz bei uns im Ausland leisteten.

Auf Facebook und Instagram hatten wir davon berichtet. Nun haben wir auch in unserer Fotogalerie einige Fotos zur Campwoche mit Kindern aus einem Bandenviertel veröffentlicht.

Was bedeutet es für Kinder, in einem Bandenviertel aufzuwachsen?

Der Alltag im Bandenviertel

Man muss sich das in etwa so vorstellen: Bei Tageslicht unterscheidet sich ein Bandenviertel kaum von armen Stadtvierteln. Und dennoch ist die Angst, die die Menschen beherrscht, spürbar. Kriminelle Jugendbanden haben in den Bandenkriegen die Quartiere untereinander aufgeteilt.

Wenn eine Jugendbande ein Quartier regiert, dann hat das weitreichende Folgen für die Menschen dir dort leben. Sie verlangen Schutzgeld, kontrollieren, welche Verkäufer, Wasserlieferanten und Taxis ins Quartier hineinfahren dürfen. Teilweise verfügen sie Ausgangssperren für die Einwohner oder entreissen ihnen ihre Häuser, wenn sie diese selbst benötigen. Wer nicht Folge leistet, stirbt.

Manche Viertel so stark „besetzt“, dass nicht einmal die Polizei einen Fuss hineinwagt, auch nicht dann, wenn kriminelle Ereignisse geschehen – und die sind an der Tagesordnung.

Die Folgen für die Kinder

Wenn ein Kind oder Jugendlicher nun in einem solchen Quartier aufwächst, dann spürt es die Auswirkungen am eigenen Leib. Angst, Terror, Gewalt und Ungerechtigkeit aushalten zu müssen, hat weitreichende Folgen für die persönliche Entwicklung der Kinder. Viele erleben diese Dinge als so „normal“, dass die Hemmschwelle, selbst bei den Jugendbanden mitzumachen, sehr tief ist. Und das Bandenleben verspricht auch allerlei Annehmlichkeiten: Verbundenheit, Abenteuer, Sex, Drogen und Geld.

Kann eine Campwoche den Kindern aus Bandenvierteln helfen?

Wenn wir mit Kindern aus Bandenvierteln arbeiten, dann liegt der Fokus darauf, das Selbstvertrauen und die Freundschaften der Kinder untereinander zu stärken. Jugendliche, die an sich selbst glauben, gesunden Zusammenhalt erleben, Ziele haben und erkennen, dass das Leben viele Chancen bietet, laufen weniger Gefahr, in die Fänge der Jugendbanden zu geraten.

Sie sind dem Leben gegenüber positiv eingestellt und verstehen, dass sie selbst ihre Zukunft in der Hand haben. Man mag entgegnen, dass eine Woche Camp doch nur ein Tropfen auf den heissen Stein sei, doch überlege dir mal, wie sehr positive Erfahrungen uns verändern können? Wie lange kann ein Lob nachhallen? Wie lange können Erfolgserlebnisse uns motivieren? Du bist ja vielleicht auch noch immer stolz auf deine Hochzeit oder dein Diplom, dass du vor Jahren bekommen hast.

Volontäre helfen uns, die Ziele zu erreichen

Ein missionarischer Kurzeinsatz bei Casa Girasol in Mittelamerika trägt dazu bei, dass wir den Kindern solche Botschaften vermitteln können. Als Freiwillige Mitarbeiterin oder Mitarbeiter kannst du direkt mit den Kindern arbeiten, solche lebensbejahende Erlebnisse fördern und natürlich auch ganz viel Liebe weitergeben. Casa Girasol bietet dir die Chance, einen deutschsprachigen Kurzeinsatz zu erleben, bei dem du aber auch allfällige Spanischkenntnisse einsetzen kannst.

Drei Typen von „mission trips“ stehen zur Auswahl: Entweder entscheidest du dich, bei einer Campwoche mit Strassenkindern dabei zu sein (und im Anschluss eine tolle Reise auf die Karibikinsel Utila zu machen), oder du legst beim Workcamp im Sommer bei uns im Ausland (bei dem du deine Einsatzdaten flexibel festlegen kannst und auch tolle Urlaubstage erlebst) selbst Hand an. Solltest du nicht nur ein paar Wochen sondern lieber ein paar Monate das lateinamerikanische Leben entdecken und Strassenkindern praktisch helfen wollen, dann empfehlen wir dir den Basis-Einsatz.

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