1 Tag von Sandro im Basis-Einsatz

Sandro Grimm war im Rahmen des missionarischen Basis-Einsatzes für drei Monate in Honduras im Casa Girasol tätig. Der Basis-Einsatz ist einer der Missionseinsätze, die wir anbieten. Sandro hat einen Tag beschrieben und teilt mit uns seine Erfahrungen im Kurzeinsatz.

Eine Grimm-Geschichte 🙂

Der Tag beginnt viel zu früh

„Piep Piep Piep“ Ich öffne langsam meine Augen. Es ist sieben Uhr und als absoluter Morgenmuffel viel zu früh für mich. Ich reibe mir verschlafen die Augen und schaue mich im Zimmer um. In der anderen Ecke des Raumes liegt Matthias in seinem Bett. Für ihn ist es heute der letzte Morgen im Casa Girasol. Ich erhebe mich langsam von meinem Bett und schlurfe in die Küche wo Doña Susanna bereits das Frühstück zubereitet hat. Zusammen mit den anderen Voluntären und einigen Mitarbeitern stärken wir uns für den Tag. Ruki, Neil und ich gehen heute ins Kinderheim „Crea“. Wir hoffen, dass wir unser geplantes Fußballturniernier durchführen können.

Sando und zwei Honduraner vor einer Mango-Figur im Park
Sandro erzählt uns in seinem Erlebnisbericht einen Tag im Basis-Einsatz.

Auf dem Schotterweg zum Flughafen

Nach dem Frühstück geht es dann auch schon zum Flughafen. In Alex Auto fahren wir die Schotterpiste zur Hauptstraße hinunter und von dort aus ins Stadtzentrum, wo sich der Flughafen befindet. Ich finde es schade fliegt Matthias schon wieder zurück. Mit ihm war es nie langweilig, denn mit seinem Humor wusste er die Leute zu unterhalten. Als wir Matthias am Flughafen abgeliefert haben, ging es auch schon weiter.

Waren es Yards oder Meter?

Eine kurze Autofahrt später parkt Alex seinen Wagen vor einem Stoff-Warengeschäft. Die Vorhänge in den Schlafbussen der Kinder sind offenbar in einem miserablen Zustand und so wird es unsere Aufgabe sein, in den nächsten Tagen und Wochen diese zu erneuern. Wir betreten den Laden. Wobei Laden eigentlich das falsche Wort dafür ist. Es handelt sich vielmehr um eine große Lagerhalle mit einer Unmenge an verschiedenen Stoffen. Dementsprechend schwierig fällt es uns eine Wahl zu treffen. Schließlich gelingt es uns doch uns zu entscheiden. Und nach einigen Umrechnungen der Längeneinheiten Yards und Meter glauben wir sogar die richtige Menge zu haben. Ob dem wirklich so ist wird sich allerdings noch zeigen.

Deutsche Currywurst

Mit dem Stoff auf der Ladefläche des Pickups geht es weiter. Wir brauchen noch Nähutensilien, welche wir in einem kleinen Einkaufszentrum besorgen. Da uns nicht mehr viel Zeit bleibt bis wir im Kinderheim sein müssen, entschließen wir uns auch gleich noch einen Happen zu essen. Als ich über den Parkplatz zu den Restaurants und Fast Food Läden schlendere, sticht mir ein alter VW Bus mit Deutschlandfahne ins Auge. Und als ich mich nähere, sehe ich, dass dort doch tatsächlich Currywurst, Mettbrötchen und Bratwürste verkauft werden. Somit hat sich die Frage erledigt, was es zu essen gibt. Ich bestelle mir also eine Currywurst und obwohl das Brötchen etwas labbrige ist und die Wurst im Toaster zubereitet wurde, behaupte ich: Das ist die beste Bratwurst, die ich je gegessen habe! Ob das tatsächlich an der Wurst liegt oder daran, dass es für mich die erste Bratwurst in 4 Monaten in Lateinamerika ist, überlasse ich deiner Fantasie.

Endlich zum Kinderheim

Beflügelt vom Geschmack in meinem Munde und der Vorfreude, den Nachmittag mit den Jungs aus dem Heim zu verbringen, fahren wir endlich Richtung CREA. Als wir durch ein Loch im Metalltor spähen, sehen wir, wie die Jugendlichen mit einigen Betreuern im Kreis sitzen. Offenbar sind sie gerade dabei eine Therapiestunde zu beenden. Sie lassen sich von unser allerdings nicht ablenken, als wir mit unserem Material das Heim betreten. Doch als sich die Gruppe auflöst, ist es, als wäre ein Schalter umgelegt worden. Die Ruhe verwandelt sich in Freude auf die Stelzen, die wir mitgebracht hatten. Nach der Begrüßung wärmen wir uns zuerst auf, damit sich beim anschließenden Stelzenlaufen und Fußballturnier niemand verletzt. Bergeweise muss ich eingestehen, dass diese Jungs alle wesentlich fitter sind, als ich. Einige der Jugendlichen wagten erste Schritte auf den mitgebrachten Stelzen. Für einige ist es das erste Mal und so sind wir damit beschäftigt, darauf zu achten, dass niemand hinfällt.

Fusball

Leider ist es schon bald wieder an der Zeit, die Stelzen auszuziehen. Da die Alternative allerdings Fussball ist, fällt das leicht. So gehen wir gemeinsam zum Fußballplatz. Leider sind die Mannschaften etwas unfair und wir verlieren andauernd. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass meine Ballkünste eher beschränkt sind. Aber letzten Endes geht niemand leer aus und alle bekommen einen kleinen Preis. Und so vergehen die zwei Stunden wie im Flug. Und am Ende sind zwar alle etwas erschöpft, aber dennoch glücklich.

Zurück ins Casa Girasol

Vor dem Kinderheim wartet bereits Alex, um uns abzuholen. Mir gefällt die kurze Autofahrt von der Stadt ins Casa Girasol, denn man kann einen kurzen Blick erhaschen auf die wunderschöne und atemberaubende Natur, die dieses Land zu bieten hat. Zurück im Haus erholen wir uns ein bisschen und quatschen miteinander ist die Zeit zum Abendessen gekommen ist. Einer der wenigen Nachteile hier in Honduras ist, dass man abends sehr schnell müde ist und es eine Weile dauert, bis man sich daran gewöhnt hat. Und so gehen wir alle ziemlich früh bereits wieder zu Bett, um bereit zu sein für den nächsten Tag.

Wer jetzt nach diesem kurzen Erlebnisbericht allerdings denkt, er wisse wie es ist, einige Wochen oder Monate im Casa Girasol in Honduras zu verbringen und einen Kurzeinsatz zu leisten, der irrt sich. Denn jeder neue Sonnenaufgang bringt neue Überraschungen, Herausforderungen und Freuden für die es sich lohnt, hier zu sein.

Sandro

Einen weiteren interessanten Erfahrungsbericht zum Basis-Einsatz kannst du auch von Pauline lesen.