Artikel zum 10-Jahre-Jubiläum auf Livenet.ch

Wie die Sonnenblume

Casa Girasol: «Kinder sollen ihren Blick auf Gottes Liebe ausrichten können»

Das Casa Girasol, ein kleines Schweizer Hilfswerk, das Strassenkindern in Honduras eine chancenreichere Zukunft ermöglichen will, feiert in diesem Jahr das 10-jährige Jubiläum. Dem Namen «Girasol» (Deutsch: Sonnenblume) will man auch in den nächsten zehn Jahren gerecht werden. Livenet sprach mit dem Leiter des Werks, Alexander Blum.
 

Ostercamp des Casa Girasol

Livenet: Das Casa Girasol feiert das 10-jährige Bestehen. Wofür sind Sie im Rückblick auf die letzten Jahre am meisten dankbar?
Alexander Blum: Wir haben tatsächlich allen Grund, für die letzten Jahre dankbar zu sein! Zum einen sind da die vielen Strassenkinder, die wir bisher in den Camps und in unserem Kinderheim betreuen und auf dem Weg in eine chancenreiche Zukunft begleiten konnten. Hunderte Lebensgeschichten haben wir ein Stück weit positiv beeinflussen können und wir durften vielen Kindern und Jugendlichen Gottes Liebe weitergeben. Die Veränderungen und Erfolge der Kinder sehen zu können bereitet Freude und stimmt dankbar! Zum anderen sind wir auch dankbar für all die Menschen, die uns durch Spenden und Gebete durch diese Zeit hindurch getragen haben. Auch durften wir in Vergangenheit erleben, wie über 300 Personen nach Honduras reisten, um uns vor Ort zu unterstützen, und das obwohl Casa Girasol ein kleines Werk ist. Und nicht zuletzt sind da auch unsere honduranischen Mitarbeiter. Casa Girasol ist ja auch Arbeitgeber und unsere Mitarbeiter versorgen wiederum ganze Familien. Faire Arbeitsbedingungen bieten zu können und so das Leben von 19 Familien zu verbessern, ist ebenfalls eine dankbare Erfahrung.


Alexander Blum

Sie führen Camps für Strassenkinder in Honduras durch und sind Partner des Kinderheims Diamante. Wie kam es zur besonderen Verbindung dieses Schweizer Werks zu Honduras?
Der Wunsch, ein Hilfswerk zu gründen und in Honduras aktiv zu werden, entstand nach einem Austauschjahr im Jahr 2000. Die erschütternde Situation der Strassenkinder vor Ort liess mich persönlich nicht mehr los und ich wollte einen Beitrag dazu leisten, damit diesen Kindern geholfen wird. Gemeinsam mit Freunden und Familie gründete ich 6 Jahre später dann Casa Girasol.

Wer nimmt vorwiegend an den Casa Girasol-Einsätzen in Honduras teil?
Casa Girasol spricht mit den verschiedenen Einsatzangeboten alle Altersgruppen an. Bei den Camps mit Strassenkindern helfen vor allem Menschen mit einem grossen Herz für Kinder, bei den Baucamps Personen, die das Abenteuer suchen und bei den Sozialeinsätzen jene, die ihre Spanischkenntnisse verbessern möchten. Vorwiegend sind es Schweizer und Deutsche aus dem Umfeld von Landes- und Freikirchen.

Gibt es einen Bibelvers, der Sie besonders bei Ihrer Arbeit motiviert?
Psalm 46, Vers 2 ist für die Arbeit mit Strassenkindern von zentraler Bedeutung. Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den grossen Nöten, die uns getroffen haben. Bei unserem Engagement geht es genau darum, den Kindern und Jugendlichen diese Zuversicht und Hoffnung zu vermitteln. Auch wenn ihre Nöte unfassbar gross sind, so gibt es in Gott Hilfe und Veränderung! Girasol ist der spanische Begriff für Sonnenblume, und so, wie sich die Sonnenblume nach der Sonne ausrichtet, sollen auch die Kinder ihren Blick auf Gottes Liebe ausrichten und neue Lebensperspektiven erhalten.

Quelle: Livenet.ch